Glycerin Glycerol
Chemisch gehört Glycerin zu den Alkoholen. Es bildet den Molekülkern aller Fette und kommt in allen pflanzlichen und tierischen Zellen vor. In der Regel sind je drei Fettsäuren mit dem Glycerinkern verbunden, man spricht von Triglyceriden. Natürliches Glycerin wird durch Fettverseifung, vorwiegend aus Kokosöl, und anschießendem Aussalzen der Seife hergestellt. Bei diesem Prozess wird der Seifenleim vom natürlichen Glycerin getrennt. Oben schwimmt die feste Seife = Kernseife, unten befindet sich die Unterlauge, die u.a. das Glycerin enthält. Das wasserfreie Glycerin ist eine klare, sirupartige Flüssigkeit, die stark wasseranziehende Eigenschaften hat. Das handelsübliche Glycerin enthält ca. 15 Prozent Wasser (= 85 prozentiges Glycerin). Man könnte es sogar als Zuckerersatzstoff verwenden. Denn Glycerin bringt es immerhin auf ca. 60 Prozent der Süßkraft des Rohrzuckers. Dieser süße Geschmack hat dem Glycerin seinen Namen eingebracht, der aus dem Griechischen abgeleitet wurde – glykys = süß. Obwohl sich die Flüssigkeit beim Zerreiben zwischen den Fingern leicht ölig anfühlt, ist sie nicht in Fetten und Ölen löslich. Mit Wasser und Alkohol dagegen kann man Glycerin in jedem beliebigem Verhältnis mischen. Glycerin ist eines der wichtigsten Hydratisierer in kosmetischen Produkten. Es wirkt befeuchtend und feuchtigkeitsbindend. Häufig wird Glycerin in Kombination mit Harnstoff eingesetzt und so der hydratisierende Synergieeffekt genutzt. Duschgele und Shampoos werden mit einem geringen Zusatz Glycerin milder, wirken weniger entfettend und schäumen besser. Manche Personen empfinden Glycerin haltige Kosmetika als klebrig oder sogar als austrocknend. Die Ursache hierfür kann eine zu hohe Dosierung sein. Kombinieren Sie Glycerin mit anderen Hydratisierern, wie z.B. Harnstoff im Verhältnis 1:2 (Bsp.: 1,5 bis 2 Prozent Glycerin plus 3 Prozent Urea). Diese Kombination empfinde ich persönlich als besonders angenehm. Verwendung: In kosmetischen Formulierungen als Feuchthaltemittel, z.B. Duschgele, Shampoos, Körper- und Gesichtscremes, Zahncremes, Karnevalsschminke, Haarfestiger und Haarsprays, Wetgele, und andere Hydrogele Dosierung: 0,5 bis 5 %
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